Data Science – Regieren durch Daten, Hacking Society!?!

Moderne Gesellschaften lassen sich weltweit an Hand des Phänomens der Datensammlung und -auswertung klassifizieren. In den letzten 200 Jahren wird die Regierungstechnik der statistischen Auswertung auf alle möglichen gesellschaftlichen Bereiche ausgeweitet, um sich ein möglichst genaues Bild vom Menschen, der (Welt-)Bevölkerung, den Kunden, den Mitarbeitern, etc. zu machen. Daten und Informationen im Allgemeinen werden somit eine entscheidende Machtressource. Mit der Entstehung digitaler Technologien hat sich dieser Prozess noch einmal potenziert.

Doch so sehr auch die aktuellen Entwicklungen, wie sie nicht zuletzt vom Whistleblower Edward Snowden ins kollektive Bewusstsein gerückt wurden, einer eingehenden Analyse benötigen, sollte man dabei nicht vergessen die positven Potentiale hervorzuheben und zu unterstützen.

Gemäß dem Credo der Hackerethik: “Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen”, wollen wir uns im Seminar mit dem Themenbreich der „offenen Daten“ sowohl inhaltlicher als auch praktischer Art befassen.

Unter dem Stichwort “Open Data” wird seit etwa 10 Jahren die Politik immer mehr für bürgerliches Engagement geöffnet. Staatliche und auch privatwirtschaftliche Daten, wie Sozial-, Verkehrs- oder Geodaten, werden für jeden frei zugänglich gemacht und stehen zur Bearbeitung zur Verfügung.

Jeder sollte sich also nicht nur von den Daten regieren lassen, sondern selbst mit deren Hilfe an der Regierung beteiligen.

Auch deshalb werden wir uns mit selbstgewählten Datenbespielen auseinandersetzen, diese bearbeiten, analysieren und schließlich in geeigneten Applikationen umsetzen.

Folgende Fragen werden wir uns deswegen im Seminar stellen:

  • Was bedeutet es in einer Gesellschaft zu leben, die sich über Zahlen beschreibt?
  • Was sind die Gefahren und wie wollen wir ihnen umgehen?
  • Wie werden aus den vorhandenen Datenmassen tatsächliche Informationen?
  • Wer zieht aus tausenden von Zahlen den Mehrwert für Wirtschaft, Wissenschaft und Soziales?
  • Lassen sich durch gewonnen Informationen Umdenkprozesse anstoßen?
  • Und kann aus Informationen soziales Engagement entstehen?

 

Die Auseinandersetzung mit den Inhalten richtet sich dabei stets nach eurer Interessenlage und bietet zugleich ein Forum für eigene Seminar- und Abschlussarbeiten.

Das Seminar selbst findet im Rahmen eines “tu projects” statt, wird von Studenten organisiert und steht deshalb für eine selbstorganisierte und interessengeleitete Lehre.

Unser Seminar ist offen für alle Studierenden, die im Zuge ihres Studiums Lust an der kritischen und kreativen Auseinandersetzung gewonnen (bzw. sich diese bewahrt) haben.

Brauchst du noch ECTS in deinem freien Wahlbereich? Interessierst du dich für das Potenzial von Offenen Daten? Dann sei herzlich Willkommen!

Wir würden uns freuen, dich bei unserer Einführungsveranstaltung am 14. April um 15:00 bis 17:00 Uhr im Raum FH1004 (Fraunhoferstraße 33) begrüßen zu können!

Im Semester findet das Seminar immer dienstags von 14-16Uhr statt.

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