Data Science: Regieren durch Daten, Hacking Society?

Große Datenmengen (Big Data), so heißt es, sind das neue Öl. Geheimdienste und Regierungen sammeln sie, um ein generaueres Bild von der Weltbevölkerung zu erhalten. (Internet-)Firmen greifen darauf zurück, um möglichst genaue Informationen über die Konsumenten zu bekommen und damit personalisierte Werbung zu schalten. Spätestens seit den (fortlaufenden) Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden wird uns und der Weltöffentlichkeit zunehmend bewusst, um welche Massen an Daten es sich dabei handelt und wie sich deren Verkehr weltweit gestaltet. Durch die gänzlich neuen Formen der Überwachung stehen Themen wie der Datenschutz und die allgemeinen Bedingungen von persönlicher Privatsphäre vor enormen Herausforderungen.
Gleichzeitig trägt der Zugang zu (großen) Datensätzen auch ein großes Potential in sich. Unter dem Stichwort Open Data wird in den letzen 10 Jahren versucht eine Regierungspraxis zu etablieren, die sich mehr und mehr dem Engagement der BürgerInnen öffnet. Bei offenen Daten handelt es sich primär um staatliche und privat-wirtschaftliche Daten, wie Sozial-, Verkehrs- oder Geodaten, die für jeden frei zugänglich sind. Auch die wissenschaftliche Datenwelt rückt zunehmend in den Fokus der Bewegung.
Jeder sollte sich nicht nur von den Daten regieren lassen, sondern selbst mit deren Hilfe an der Regierung beteiligen. Eine offene und transparente Gesellschaft sind das Leitbild dieser Bewegung.

In unserem Seminar wollen wir uns gemeinsam diesem Themenkomplex der Datengesellschaft näher zuwenden. Nachdem wir in einem ersten Seminarabschnitt die sozialen und politischen Implikationen genauer beleuchten wollen, werden wir im weiteren Verlauf einen eigenen Datensatz analysieren und bearbeiten, um im nächsten Schritt eine geeignete Anwendung (Visualisierung oder Applikation) für diesen entwickeln.
Dabei wollen wir auf einschlägige Datenportale (govdata.de, daten.berlin.de), Datensätze aus dem vergangenen Semester oder auch auf Forschungsdaten eurer Lehrstühle als Datenquelle zurückgreifen.

Die Auseinandersetzung mit den Inhalten richtet sich dabie stets nach eurer Interessenlage und bietet zugleich ein Forum für eigene Seminar- und Abschlussarbeiten.

Das Seminar selbst findet im Rahmen eines “tu projects” statt, wird von Studenten organisiert und steht deshalb für eine selbstorganisierte und interessengeleitete Lehre.

Du studierst Informatik? Soziologie? Technischer Umweltschutz? Kultur und Technik? Stadt- und Regionalplanung? Geowissenschaften? Energietechnik? Oder etwas anderes?
Brauchst du noch ECTS in deinem freien Wahlbereich? Interessierst du dich für das Potenzial von Offenen Daten? Dann sei herzlich Willkommen!

Hier findest du unsere Veranstaltung im Vorlesungsverzeichnis.

Unsere Einführungsveranstaltung findet am Dienstag, den 15. April um 15 Uhr im Raum FH1004 (Fraunhoferstr. 33) statt. Komm vorbei!

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