Im Seminar “Digitale Praxis” beschäftigen wir uns derzeit mit Campaigning for Refugees. Bevor jedoch einige Aktionen starten, haben wir uns inhaltlich dem Thema Flucht und Migration genähert, wozu wir unter Anderem Vorträge und Erfahrungsberichte gehört haben. Ein Vortrag hat uns dabei besonders beschäftigt, sodass wir ihn hier für unseren Blog aufarbeiten wollen. Wir sind der Meinung, dass wenn die Gründe für die Flucht in ihrer Komplexität begreifbar werden, auch die Empathie gegenüber denen steigt, die sich auf den langen beschwerlichen und nicht risikoarmen Weg machen. Danke an Lusia Appenrodt, Vera Bogner und Christin Bernartz für das Vorbereiten und zur Verfügung stellen der Materialien. Jetzt aber los.

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Kolonialzeit

• Ende 19. Jahrhunderts: 85 Prozent der Erdoberfläche unter Kolonialherrschaft oder halbkolonialer Abhängigkeit.
• Nach 2. Weltkrieg Auflösung der Kolonialreiche (Dekolonisation)
• Gründung einer Vielzahl von Staaten- heute Großteil „Dritte-Welt-Länder“
• ehemaligen Kolonien trotz formeller Souveränität weiterhin wirtschaftlich
und politisch an Kolonialmächte gebunden
• neue Formen der Abhängigkeit -Neokolonialismus

Folgen der Kolonialzeit

• Kolonien fanden Anschluss an Weltverkehr (Kapitalistische Wirtschaftsweise, technischer Fortschritt)
• Ausbeutung und Unterdrückung
• traditionelle Sozial- und Stammesordnungen zerstört
• kaum eigene kulturelle und politische Entwicklungsmöglichkeiten
ökonomische/ökologische Schäden → Raubbau natürlicher Ressourcen
• Basis für Krieg und Konflikte durch bspw. Errichtung von Grenzen ohne Rücksicht auf ethnische/soziale Strukturen

Kriege und Frieden weltweit

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Quelle: Institute for Economics & Peace, Global Peace Index 2015

Flucht nach Herkunftsländern

Waffenexporte

Landraub

„Kaufen sie Land. Es wird keines mehr gemacht“ (Mark Twain)

• steigende Anzahl der Weltbevölkerung
• erhöhte Nachfrage nach Nahrungsmitteln
• weltweit wachsender Konsum
• Gier nach Profit
• Abbau wertvoller Ressourcen (z.B. Metalle, Diamanten)
• Verpachtung&Verkauf, Enteignung v. Landflächen
• geringe Ausgleichszahlungen bewirken Landflucht/Migration/Flucht

Zölle und Freihandel

Klimawandel / Umweltkatastrophen

• Flucht/Migration durch Klimawandel bis 2050 auf 200 Millionen Menschen
• z.B. Meeresspiegelanstieg
• aktuell: Tuvalu, französisch Polynesien und Neu-Calledonien
• zukünftig: Malediven, Bahamas
• gefährdet: Gangesdelta und Nildelta

Fazit

• vielfältge Gründe und Ursachen
• komplexe Mechanismen und Prozesse mit tiefer Verwurzelung
• Menschen ziehen aus Angst, Unterdrückung und Notwendigkeit/Wunsch
nach Verbesserung der Lebenssituation fort
• Umdenken der Flüchtlingspolitik notwendig: weg von der Abschreckungslogik und einer Mauer um Europa hin zu einer gemeinschaftlichen Lösung
• Überdenken des eigenen Konsumverhaltens und Lebensstandarts
• Bewusstwerden der Zusammenhänge und allgemeine Aufklärung

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