An der Urania – Berlin – 6.11.15

« Demokratie ist keine überholte Software ! »

So endet der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix einen unpretentiöses Podium zum unpretenziöser Dokumentarfilm Democracy – im Rausch der Daten. Kurz darauf teilte die ehemmalige Vizepräsidentin und eine der Hauptakteurin im Film Viviane Reding den einzig überreichenden Blumenstrauß schwesterlich mit David Bernet, Jan Philip Albrecht und Alexander Dix.

Der Film zeigt den dreijährigen Entstehungsprozess des Entwurfs zum europäischen Datenschutzgesetz – jene Vorlage, welche aktuell immer noch zwischen europäischem Parlament, Commission und Rat verhandelt wird.

Die geniale Kamera von David Bernet folgt den Hauptakteuren Viviane Reding (2010 Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und Kommissarin für das Ressort Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft) und Jan Philip Albrecht (Grüner Europaabgeordneter und innen- und justizpolitischer Sprecher der Grünen Europafraktion) in den Aushandlungen bis in den « Shadow Meetings » im europäischen Parlament. Die zähen Verhandlungen mit Parlamentariern und Lobbyisten werden spannend veranschaulicht.

Der Produzent schafft es, die ZuschaurerInnen in seinem qualitativ hochwertigem S/W Film durch den parlamentarischen Apparat durchzulotsen, mitreißend zu fässeln, und gleichzeitig durch Alltagsbilder zu beruhigen und wieder einzufangen. Der komplexen Thematik kann so bis zum Ende konzentriert gefolgt werden. Nahaufnahmen schaffen Autentizität, und Zwischenschnitte des Alltags weisen auf die realpolitische Bedeutung der europäischen Entscheidungsfindung für den einzelnen Bürger.

Inhaltlich bezieht der Film eine klare Position, die schon zu Anfang durch das Zitat von Jan Philip Albrecht zusammengefasst wird : « Wenn Daten das neue Öl ist, ist Datenschutz der neue Umweltschutz. »

Weitere Infos zum Film, spannende Interviews, und Hintergrundinfos sind auf http://www.democracy-film.de/ zu finden !

 

Julia von Buxhoeveden und Lucia Forcioli-Conti

 

[UPDATE: unter folgendem Link findet ihr auch eine Rezension von Thomas Barth, die nicht viel Federn an dem Film lässt. Am Besten ist aber ihr guckt ihn euch an und entscheidet selbst.]

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