Streetfight Open Data

Der Weg um an offene Daten zu gelangen führt klassischerweise über das Datenportal des Bundes, des jeweiligen Bundeslandes oder aber, sofern die Daten noch nicht zugänglich sind, über Informationsfreiheitsanfragen an konkrete Verwaltungsstellen.

Im Zuge des “Data Science”-Seminars im Sommersemester 2014 haben wir uns dazu entschieden, einen anderen Pfad zu beschreiten und selbst offene Daten zu erzeugen.

Denn unser Ziel war es, eine Stadtkarte der Lobbyverbände vom Regierungsviertel in Berlin zu erstellen, und die dafür notwendigen Geodaten waren noch nicht in einer für uns auswertbaren Form vorhanden. Zwar hätte man über die im Bundesanzeiger veröffentlichte Liste registrierter Interessenverbände die Adressdaten herausschreiben können, eine stundenlange Auseinandersetzung  mit dem scrapping von pdf-Dokumenten wollten wir uns aber ersparen, und so kam die Idee auf, mit dem Smartphone in der Hand die Sonne zu genießen und eine Runde durch das Regierungsviertel zu drehen. Wir stellten unser Projekt unter das Motto: Streetfight Open Data. Eine Lobbykritische Stadtkarte selbst gemacht.

Praktischerweise gibt es hier in Berlin mit LobbyControl eine Nichtegierungsorganisation, die sich schon länger mit dem Thema Lobbyismus beschäftigt. Deren ehrenamtliche Mitarbeiter

führen regelmäßig interessierte Bürger*innen auf einer zweistündigen, kritischen Stadtführung durch das Berliner Regierungsviertel, der wir uns anschließen konnten. Unsere Strecke führte uns, mit insgesamt 20 Teilnehmer*innen, an ca. zwölf Stationen vorbei, und wir erhielten einen überaus spannenden Einblick in den “Lobbydschungel” deutscher Interessensverbände, Konzerne, PR-Agenturen und Parteien.

Mit Hilfe des Tracking-Tools “Meine Tracks” (Android) für das Smartphone wandelten wir die abgelaufene Route in Geodaten um und sammelten sie in einem Google Spreadsheet, welches dann die Ausgangsbasis für unsere “Stadtkarte” darstellte. Nun ging es darum, die Karte mit weiteren Angaben zu befüllen. Hierfür sammelten wir Informationen über die einzelnen Lobbyverbände (Name der Firma/Agentur, Branche, Adresse) und fügten zudem informative Links aus Wikipedia, Lobbypedia und anderen Quellen hinzu.

Mithilfe der Google Maps API und der darauf basierenden Anwendung “Fusion-Tables” stellten wir die Adressen aus unserem Spreadsheet als Marker auf einer Karte dar. Durch Klicken auf einen Marker öffnet sich ein Infofenster, das die Informationen zum Standort aus dem Spreadsheet beinhaltet. Unsere digitale, lobbykritische Stadtkarte war fertig. In den kommenden Tagen werden wir noch QR-Codes an ausgewählten Plätzen entlang der Route verteilen, welche auf die Seite der der Karte verlinken. So kann jedermensch mit dem eigenen Smartphone, eine passende App vorausgesetzt, den Code einscannen und selbst an der lobbykritischen Stadtführung teilnehmen.

GRUPPENMITGLIEDER

Martina B.⎪Eva C.⎪Martin G.⎪Felix H.⎪Malte L.⎪Philip R.⎪Sarai S.⎪David S.

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