Diese Dokumentation beschreibt die Idee, die Umsetzungsphase und den Ausblick für das Projekt Mnemosyne, das im Rahmen des Seminars “Data Science” im Sommersemester 2014 an der TU Berlin und dem Hackathon “Coding Da Vinci” umgesetzt wurde.

Das Projektteam besteht aus:
● Christian Bromann
● Knut Perseke
● Thomas Fett
● Marius Förster (kein Teilnehmer des Seminars)

1) Die Idee

Bereits in der Einführungsveranstaltung zum Seminar, im April 2014, wurde der Kultur-Hackathon “Coding Da Vinci” erwähnt, der vom 26.4. – 6.7.2014 stattgefunden hat.
Schnell bildete sich bei uns die Idee, dass wir den Hackathon und das Projekt des Seminars verbinden könnten.
So bildete sich das Team aus den Seminarteilnehmern Christian Bromann, Knut Perseke und Thomas Fett, das schließlich beim Hackathon von Marius Förster vervollständigt wurde.

Die Rahmenbedingungen des Seminarprojektes waren sehr locker gehalten, die einzige wichtige Voraussetzung war, dass offene Daten verwendet werden. Diese Bedingung passt perfekt auf die Rahmenbedingungen von Coding Da Vinci, da im Rahmen des Hackathons einige offen verfügbare Datensätze bereit gestellt wurden, mit denen für den Wettbewerb gearbeitet werden musste.

Am Samstag, den 26.4., ging es dann gleich richtig los für uns. Vertreter der verschiedenen Institutionen, welche die Datensätze für den Hackathon zur Verfügung stellten, stellten diese über mehrere Stunden hinweg vor.
Die Datensätze beinhalteten viele verschiedene Informationen und Datentypen. So gab es zum Beispiel historische Fotos aus Berlin, ein Tierstimmenarchiv oder eine Liste der verbotenen Schriften während der NS-Zeit.

Nach den Präsentationen der Datensätze, saßen wir den Rest des Wochenendes im Team zusammen und überlegten wie wir welche Datensätze in ein spannendes Projekt verwandeln können.
Eine unserer ersten Ideen mussten wir nach ein paar Stunden Recherche leider wieder aufgeben. Es ging darum um ein Mapping von Daten aus alten Berliner Telefon- und Adressbüchern auf eine aktuelle Karte mit vielen interaktiven Funktionen und Animationen. Gescheitert ist diese Idee daran, dass die Scans der alten Bücher, mit den vielen verschnörkelten Schriften, von keinem Computerprogramm verlässlich erkannt werden konnten. Für einen einzelnen Straßennamen gab es teilweise mehr als 10 Namen, die die Schrifterkennung ausgab, wodurch eine sinnvolle Benutzung der Daten unmöglich wurde.

Nach einem anschließenden weiteren Brainstorming kamen wir schließlich auf unsere finale Projektidee. Die Deutsche Digitale Bibliothek bot im Rahmen des Hackathons die Nutzung einer API an, welche sehr viele Daten über Künstler, Werke, Orte, Berufe und noch viele weitere Informationen liefert. Auf der Grundlage dieses Datensatzes bildete sich das Konzept unseres Projekts:
In Digitalen Archiven lagert umfangreiches Wissen, das nur schwer überblickbar oder durchdringbar ist. Um sich in der Komplexität zurecht zu finden, bedarf es meistens spezieller Suchoptionen und derer gekonnter Anwendung. Zugespitzt formuliert findet man nur Dinge, von deren Existenz man weiß.
Das Projekt, das den Namen Mnemosyne von uns erhielt, möchte einen Zugang zu Archiven ermöglichen, der den Moment des Stöberns hervorhebt und den Nutzer aus gewohnten Denkstrukturen heraus leitet. Vergleichbar ist der Prozess mit einer Hyperlink-Wanderung durch Wikipedia-Artikel, oder in der Bibliothek 3 Reihen über dem gesuchten Buch etwas Interessantes zu finden.
Mnemosyne gilt in der griechischen Mythologie übrigens als “Göttin” der Erinnerung.

2) Die Umsetzung

In den folgenden Wochen haben wir uns regelmäßig einmal pro Woche getroffen, um das Projekt weiter umzusetzen.
Das Projekt wurde als Web-App umgesetzt, die direkt mit der API der Deutsche Digitalen Bibliothek, sowieso bei Bedarf mit der Wikipedia-API kommuniziert.
Als Framework wurde AngularJS gewählt, ein Server-Backend war nicht notwendig.
Da wir bereits viele der Aufgaben zu Beginn des Projekts durchgeplant hatten, ergaben sich während der Entwicklung nicht viele Änderungen. Lediglich die kleineren, für ein Programmierprojekt typischen Probleme tauchten auf, die auch allesamt gelöst werden konnte.

Zusätzlich zu der Software entwickelten wir einen Arduino-getriebenen Hardware-Controller, mit dem man die Web-App ebenfalls steuern kann. Damit kann Mnemosyne auch ein haptisches Erlebnis werden, das beispielsweise in einer Bibliothek ausgestellt und für jeden Besucher benutzbar ist.
Der Controller wurde von uns selbst gebaut und programmiert. Zur Kommunikation zwischen dem Controller und der Web-App werden WebSockets verwendet.

3) Ergebnis und Ausblick

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oben: Die Nutzeroberfläche der Web-App

unten: Der Hardware-Controller für die Umsetzung als Installation

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Einen Preis konnten wir bei der Jury von Coding Da Vinci mit unserem Projekt leider nicht gewinnen, aber die Veranstalter haben sich sehr positiv über unser Projekt geäußert. Wir werden in den nächsten Monaten noch weiter an dem Projekt arbeiten und eine mögliche Ausstellung (zum Beispiel in einer Biblitohek oder an einem Informationsstand) in Angriff nehmen.
Wir werden auch daran arbeiten neben der API der Deutschen Digitalen Bibliothek noch weitere Datenquellen zu integrieren, um das Nutzungserlebnis noch spannender zu machen.

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