Das schöne am Internet ist, dass die Kommunikation darin asynchron verlaufen kann. Gleich wie in einem Brief, der zwar jahrelang in der Schublade liegt, aber letztlich doch beantwortet wird. Nur mit dem Unterschied, dass es online sowohl zahllose Briefe als unendlich viele Schubladen gibt, es handelt sich um einen ziemlich großen (Server-) Schrank. Außerdem ist jede Internetrecherche ein wenig wie ein Brief, der auf die vorher gestellte Anfrage direkt zu dir nach Hause geschickt wird. Kein Wunder, dass die klassische Post auf kurz oder lang ein marginales Dasein für Rechnungen, die wenigen wirklich persönlichen Liebesbriefe und Werbung fristen wird. Andererseits auch gut, denn stellen wir uns nur mal vor, wieviele Regenwälder nötig wären um alle Tweets, Mails und google-Suchen ausgedruckt zuzustellen – so gesehen bedingt der Umfang unserer heutigen Informationssucht die elektronische Kommunikation gar direkt. Bei der schlichten Fülle an Daten fällt es schließlich nicht schwer, sich damit abzufnden, dass es ein uneinlösbares Versprechen ist, mit den Streams “mitzuhalten”, oder auf der Informationswelle “oben auf zu schwimmen”. Die Flüsse rauschen auch ohne eigenes Zutun weiter. Der Wochenpost.

Dafür leider immer noch nicht die Zeit genommen, aber ein spannender Blick hinter die Kulissen der Pirate Bay bietet dieser Dokumentarfilm. Passend dazu auch ein neues Tool zum Verbreiten wissenschaftlicher Arbeiten, die Paper Bay.

Neben quantifizierbarer Steigerung von Information, Wissen und Daten tritt bei immer weitreichenderer Benutzung elektronischer Medien auch eine Quantifizierung – also Verdatlichung – der Menschen selbst auf. Dazu gibt es (nicht nur in Berlin) Treffen von Selbstoptimierungsjünger_inne_n, sondern auch besonders gut aufgearbeitete Visualisierungen solcher persönlichen Daten, wie vom Gründer von Wolfram Alpha Stephen Wolfram, der mal eben 20 Jahre seiner eMail-Korrespondenz und weitere Daten wie Tastaturanschläge und gelaufene Schritte auswertete.

Wo wir gerade bei Daten und deren Visualisierung waren, folgender Artikel der Huffington Post befasst sich intensiv, schön aufbereitet und unterhaltsam mit der sozialen Anatomie und Historie des Memes “Harlem Shake”.

Schließlich findet sich ein ausführlicher, aber rundumblickender Beitrag zur Digitalisierung und dem Leistungsschutzrecht in der Berliner Gazette, und auf elektroni finden wir einen Artikel, der zwar etwas technisches Hintergrundwissen erfordert, aber spannende Perspektiven auf die veränderte Arbeitsweise bei (Software-)Entwicklungen unter den veränderten Voraussetzungen der mediatisierten Arbeitswelt bietet.

Zum Schluss noch ein Beispiel, wie im Netz spielerisch mit Karten, ihren Repräsentationen und den Mythen unseres Wissens umgegangen werden kann: das Mercator-Puzzle.