“… unter Software subsumiert man alle immateriellen Teile d. h. alle auf einer Datenverarbeitungsanlage einsetzbaren Programme.”1

Was macht Social Software sozial? Software wird von Programmierern in mühsamer Heimarbeit geschrieben oder in Unternehmen produziert – prinzipiell könnte also jedwede Software als sozial betrachtet werden. Im Rahmen unseres studentischen Forschungsprojekts “Soziale Initiativen und Web 2.0” betrachten wir jedoch weniger den Entstehungskontext von Social Software, sondern vielmehr den Umgang mit selbiger. Social Software ermöglicht es, in Kollaboration mit Anderen, Informationen verschiedenster Art auszutauschen, bestimmte kontroverse Inhalte zu bearbeiten und Meinungen und Forschungsergebnisse zu veröffentlichen. Indem sie auf dialog-orientierte Kommunikation setzt, d.h. dass in der Regel immer die Möglichkeit besteht, Feedback zu geben, kann sie eine sehr partizipative Form der Kommunikation gewährleisten. Sie scheint deshalb sehr geeignet, im engen und weiten Freundeskreis, in Arbeitsgruppen oder auch in sozialen Initiativen Beziehungen zu koordinieren – “unabhängig” von Raum und Zeit. Zumeist bietet die Software die Möglichkeit eine bestimmte Art der Kommunikation zu ermöglichen (140 Zeichen, Bilder, Veranstaltungsaufrufe, Publikation von Text, Ton, Video und Bild). Soziale Beziehungen verändern sich durch den Einsatz von Social Software. Gleiches gilt auch für die neuen Formen der Informationstechnologien selbst. Man spricht daher von einem Zustand permanenter Veränderung und Aktualisierungen (Beta-Zustand). Social Software ist dialog-orientiert, sodass es Feedback-Funktionen bzw. -Möglichkeiten gibt, die entweder direkte Kritik an z.B. veröffentlichten Inhalten ermöglicht oder auf eine Diskussion zielt, wie das in Foren der Fall ist.

Ausblick

Viel wird auch davon geschrieben und berichtet, mit welcher Software es Nutzer_innen ermöglicht wird, unabhängig von Zeit und Raum an bestimmten Diskursen teilzunehmen. Wie das im einzelnen Fall aussieht, kann sich jedoch auch bei Social Software unterscheiden und Hürden aufbauen. So können potenzielle Nutzer_innen ausgeschlossen werden, indem man von ihnen zum Beispiel bei der Registrierung verlangt, dass ein Klarname angegeben werden muss oder ein Geburtsdatum zur Pflichtangabe wird. Fragen der Anonymität, der Möglichkeit der Rechteverwaltung durch Betreiber der Software (Administratoren_innen, Moderatoren_innen, Gruppengründer_innen zum Beispiel) oder eine mögliche Selbstdarstellung bzw. Möglichkeit der (Gruppen-)Identifikation sind für eine weitere Analyse von Social Software und deren Einsatz im Alltag von sozialen Initiativen von großer Bedeutung.

1: http://www.informatik.uni-leipzig.de/lehre/Heyer9900/kap18/tsld001.htm